Markt Thüngen: Optimale Trinkwasserqualität erreicht

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30 Jul Markt Thüngen: Optimale Trinkwasserqualität erreicht

Nitratwerte verringert, Härte reduziert – durch die Umkehrosmoseanlage, die seit Dezember 2010 im Einsatz ist, konnten Kommune und Bürger viele Vorteile für sich verbuchen.

Optimale Trinkwasserqualität für den Markt Thüngen durch die ASANA® Trinkwasseraufbereitung. Im Bild: ASANA® Umkehrosmoseanlage RO 970.

Markt Thüngen mit seinen ca. 1.380 Einwohnern gehört der Verwaltungsgemeinschaft Zellingen an und liegt im Landkreis Main-Spessart, etwa 30 Kilometer nördlich von Würzburg. Über einen Brunnen werden die Einwohner mit Trinkwasser versorgt. Problem: der für das Werntal typisch hohe Nitratwert im Wasser, teilweise deutlich über der in der Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001 und jetzt aktuellen TrinkwV 2011) gesetzlich erlaubten Höchstmenge von 50 mg/l. Es musste also gehandelt werden. Möglichkeiten sind die aufwändige Suche nach neuen Brunnenstandorten, mit nicht abschätzbaren Folgekosten, oder aber die technische Aufbereitung des Wassers aus dem vorhandenen Brunnen (Riedbrunnen). Nach einer intensiven Sondierungsphase entschieden sich die Verantwortlichen im Markt Thüngen für die Trinkwasseraufbereitung mit einer Umkehrosmoseanlage. Ziel war es den Nitratwert unter den gesetzlich vorgeschriebenen Wert zu verringern und gleichzeitig die Härte des Trinkwassers zu reduzieren.

Umfassendes Konzept umgesetzt

Der Markt Thüngen beauftragte das Unternehmen ASANA® mit dem Bau einer neuen Trinkwasseraufbereitung mit Umkehrosmose, Entsäuerung und UV-Entkeimung sowie die gesamte Rohrinstallation inklusive aller notwendigen Armaturen der Zulauf-, Entnahme-, Grundablass- und Überlaufleitungen für die Aufbereitungsanlage. Die Montage einer neuen Förderpumpe im Tiefbrunnen und der Einbau zweier Behälter aus Edelstahl zur Speicherung des aufbereitenden Trinkwassers mit Reinigungsanlage, Beleuchtung und Belüftung zählten ebenfalls zu den erbrachten Leistungen. Zudem wurde die gesamte elektro-, mess-, steuer- und regelungstechnische Ausrüstung (EMSR-Technik) realisiert. Die komplette Trinkwasseraufbereitung ist in einem Neubau auf dem Gelände des Bauhofes von Thüngen untergebracht, ca. 300 m vom Tiefbrunnen „Im Ried“ entfernt.

Die Anlage in Thüngen: Aufbau und Funktion

Eine Unterwassermotorpumpe im Tiefbrunnen transportiert ca. 27,3 m³/h Brunnenwasser zur Aufbereitung im Neubau. Die ASANA-Umkehrosmose-Anlage entsalzt einen Teil dieses Rohwassers (ca. 9,3 m³/h). Infolgedessen sind alle gelösten und ungelösten Stoffe entfernt. Die Zugabe eines Härtestabilisators in das Rohwasser vermeidet mögliche Ausfällungen auf den Membranen. Der zweite Teil des Rohwassers wird über einen Bypass an der Anlage vorbeigeführt und in einer Verschneideeinrichtung mit dem Reinwasser der Umkehrosmoseanlage (7 m³/h) vermischt – vollautomatisch und entsprechend den gewünschten und geforderten Werten. Ein Computerarbeitsplatz oder ein Touchpanel am Schaltschrank ermöglichen die Bedienung der Anlage und das Überwachen der Prozesse direkt im separaten Schaltraum.

Nach der Verschneidung: Entsäuerung

Nach der Verschneidung erfolgt die physikalische Entsäuerung des Mischwassers im Flachbettbelüfter. Die Entfernung des freien überschüssigen Kohlendioxids erhöht den pH-Wert auf den im Trinkwasser zugelassenen Wert. Dadurch wirkt das Wasser nicht korrosiv und eventuelle Beschädigungen von Wasserrohrleitungen sind ausgeschlossen. Zwei redundante Pumpen fördern das entsäuerte Wasser im Anschluss von einem Zwischenbehälter in die zwei Reinwasserbehälter mit einem Fassungsvolumen von je 20 m3.

Für einwandfreies Trinkwasser: UV-Anlage

Aus den Reinwasser-Speicherbehältern wird das Trinkwasser über zwei (redundant ausgeführte) Förderpumpen durch eine UV-Anlage geleitet, um schließlich über das Ortsnetz in den Hochbehältern eingespeist zu werden. Die UV-Anlage erzeugt hochwirksame ultraviolette Strahlung gegen mögliche pathogene Viren, Bakterien und Einzeller. Das umweltfreundliche UV-Licht weist eine mikrobiologische Inaktivierungsrate von mehr als 99% auf – und das ganz ohne schädliche Chemikalien.

Optimale Trinkwasserqualität

Nachdem das Wasser aus dem Tiefbrunnen alle Prozesse absolviert hat, können die Einwohner von Thüngen ihr Trinkwasser bedenkenlos genießen. Nicht nur der Nitratwert liegt unter dem gesetzlich festgelegten Wert, das Wasser ist auch hygienisch einwandfrei. Seit Dezember 2010 ist die Anlage in Thüngen in Betrieb und läuft seitdem einwandfrei. Ein weiteres Plus der ASANA®-Konzeption: Um Kosten zu sparen, ist die Trinkwasseraufbereitung für den Nachtstrombetrieb ausgelegt.

Daten und Fakten zur Anlage:

Inbetriebnahme: Dezember 2010

Rohwasser: Tiefbrunnen „Im Ried“

Reinwasserleistung der Umkehrosmoseanlage: 7 m³/h

Aufbereitung gesamt: 25 m³/h

Vorbehandlung
Dosierung: Härtestabilisator

Nachbehandlung
Entsäuerung: Flachbettbelüfter
Entkeimung: UV-Anlage

Umkehrosmoseanlage
Membrantyp: Ultra-Niederdruckmembran
Membrangesamtfläche: 280 m²
Anzahl der Membranen: 7
Betriebsdruck:  8,5 bar
Flux: 25 l/m²/h
Ausbeute: 75 %

Hintergrund: Innovativ, sicher, umweltbewusst: Umkehrosmose

Das Verfahren der Umkehrosmose (RO) hat sich seit seiner Entwicklung in den 60er Jahren als eine Schlüsseltechnologie der Wasseraufbereitung und -entsalzung etabliert. Umkehrosmoseanlagen eignen sich zur betriebssicheren und wirtschaftlichen Aufbereitung von Rohwasser unterschiedlicher Herkunft. Basierend auf einem durch Druck betriebenen Prozess, der die unterschiedlichen Diffusionsgeschwindigkeiten von Wasser und der darin gelösten Salze und Moleküle nutzt, arbeitet die Umkehrosmose ohne Chemikalien und Regeneration.

Bei der Umkehrosmose wird Rohwasser aus einer Quelle oder einem Brunnen unter Druck durch eine synthetische Polymerfolie (Membran) gepresst. Diese lässt nur das reine Wasser passieren. Gelöste und ungelöste Schadstoffe, Salze und organische Verbindungen können die Membrane nicht durchdringen und werden als sogenanntes Konzentrat mit dem Restwasser ständig aus der Anlage gespült. Die Trennwirkung ist außergewöhnlich hoch. Selbst gelöste Ionen wie Nitrate, Chloride und Sulfate oder Schwermetalle lassen sich in einem Trennschritt nahezu vollständig entfernen. Ein Nebeneffekt ist die Enthärtung des Wassers.